• Kirsten Haenisch

AUS DEM SCHATTEN INS LICHT: MILEVA MARIC

Aktualisiert: Sept 22


"Wir sind Frauen, von uns erwartet man, zu Hause zu bleiben, nicht im Labor zu stehen oder an Universitäten zu lehren."


Ich finde das Buch beim Stöbern in meiner Buchhandlung: "Frau Einstein" von Marie Benedict. Instinktiv greife ich danach und tauche die kommende Zeit beim Lesen des Romans in die Weltgeschichte ein. Einer anderen Geschichte, nicht die, die ich gelernt hatte.


In Physiker-Fachkreisen ist Mileva Maric nicht unbekannt. Besonders seit Mitte der achtziger Jahre, als Briefwechsel von ihr und Albert Einstein aus der Zeit ihres Studiums und bis zur Eheschließung auftauchen, geriet die "alte Welt" der Physik in Aufruhr:

Welche Rolle hatte diese Frau in Einsteins Leben gespielt? War sie lediglich eine geeignete Gesprächspartnerin für ihn gewesen, hatte sie ihm bei mathematischen Berechnungen geholfen oder hatte sie sogar, und das wäre eine Sensation, eine zentralere Rolle gespielt, insbesondere im Zusammenhang mit den ihrem Mann zugeschriebenen Theorien, die ihn berühmt gemacht haben?


Ich beschäftige mich schon viele Jahre mit der Stellung der Frau in der Geschichte unserer Gesellschaft. Es ist nicht das erste Mal, dass sich Hinweise auftun, die ahnen lassen, dass Frauen im Schatten standen. Egal, wie man es dreht und wendet: das Bild der Frau war festgezurrt in den Köpfen, sowohl in denen der Männer, als auch in denen der Frauen. Diejenigen, die es schafften, trotz dieses Bildes ihren eigenen Weg zu gehen, sich nicht abbringen ließen von dem, was sie begeisterte, hatten in den allermeisten Fällen mit großem Widerstand zu rechnen, im Außen sowie im eigenen Inneren.


Mileva Maric ist ein weiteres Beispiel für eine dieser Frauen, die im Schatten der Geschichte ihr Dasein fristen. Marie Benedict gelingt es in ihrem Buch "Frau Einstein", das Leben einer Frau lebendig werden zu lassen, die Ende des 19. Jahrhunderts als eine der ersten Frauen in Zürich Physik und Mathematik studierte und möglicherweise nie die Würdigung erfuhr, die ihr eigentlich zugestanden hätte.


Und nun frage ich dich: Wo stehst du noch im Schatten und lebst nicht dein ganzes Potenzial, deine Einzigartigkeit? Die Zeiten haben sich geändert. Nimm deinen Platz ein. Jetzt.


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