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  • AutorenbildKirsten Haenisch

GOTT UND GÖTTIN


Finde deine Form der Spiritualität...


Herausforderungen durch Krisen und Übergänge im Leben sind leichter zu meistern, wenn wir auf irgendeine Weise spirituell eingebunden sind und uns darin und davon getragen fühlen. Das ist zumindest meine persönliche Erfahrung. Denn oft kommen wir in solchen Zeiten an Punkte, in denen wir mit den herkömmlichen Mitteln nicht mehr weiter "wissen". Nicht selten fangen Menschen dann aus einem inneren Impuls heraus an zu beten, auch wenn sie ansonsten mit Kirche und Glaube wenig bis gar nichts anfangen können.


Dabei beten die meisten, so, wie sie es gelernt haben, zu einem männlichen Gott, außerhalb ihrer selbst. Doch gibt es neben der Spiritualität, die in patriarchalen Gesellschaften vorherrscht, auch eine andere Form, die seit den 1960er Jahren zunehmend an Bedeutung gewinnt. Symbolhaft wird dabei von der "Rückkehr der Göttin" gesprochen, die in matriarchalen Gesellschaften bis 3000 v.Ch. und auch heute noch bei einigen Urvölkern den Platz einnahm. Weltbild und religiöses Verständnis unterscheiden sich deutlich.


In der matriarchalen Spiritualität wird die Welt als weiblich göttlich betrachtet, denn sie ist das Hervorbringende, das Lebensschöpferische. Für die frühen Völker war die kosmische und irdische Natur in all ihren Erscheinungsformen eine Göttin, ein beseeltes, geistvolles Gegenüber. die "Eine mit den tausend Gesichtern". Da alles in ihr inbegriffen ist, gab es für diese Menschen keine Trennung von Mensch und Natur. Das damalige Weltbild ging von wechselseitigen Beziehungen aller Kräfte, Erscheinungen und Wesen aus. Es galt durch achtungsvolles und sorgsames Verhalten das Gleichgewicht zu wahren und durch Symbole und in rituellen Handlungen die menschlichen Wünsche zu kommunizieren und die Göttin zu ehren.


Während eines mehr als 1000 Jahre währenden Übergangs gewann das Männliche allmählich die Oberhand. Die Verbundenheit mit der Natur, mit der Göttin, wurde zunehmend verdrängt und verschwand. Die monotheistischen Religionen, die ab dann das Leben prägten, sind gekennzeichnet von einem männlichen Gott, getrennt vom Menschen, der über sein/ihr Verhalten urteilt. Er ist Schöpfer und Gestalter. Seine Gesetze sind in Stein gemeißelt, werden von Propheten aufgeschrieben und gelten dann als absolut. Religiöse Handlungen dienen der "Rückbindung" zum Göttlichen, das im Alltag nicht mehr erfahrbar ist.


Was bedeutet das nun für dich und die Balance in deinem Leben?


In vielen religiösen und spirituellen Traditionen geht man davon aus, dass zuerst ein allumfassendes, ewiges Ur-Sein existierte, jenseits aller Polarität. Zu einem gewissen Zeitpunkt begann sich diese Urenergie in zwei Pole aufzuteilen - die erste Polarität. Die so entstandene Zweiheit könnte man als das Männlich-Göttliche und das Weiblich-Göttliche bezeichnen. Es sind zwei ebenbürtige Aspekte des Ur-Seins.


Indem dir bewusst ist, dass es sowohl eine weibliche als auch eine männliche Form von Spiritualität gibt, steht dir das Ganze zur Verfügung. Deine individuelle Form kannst nur du selbst bestimmen, dadurch, dass du deinem Herzen folgst und fühlst, wo und wie es sich verbunden und zu Hause fühlt.

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